Gefühle suchen Worte - Was wäre eine Sprache ohne Flügel? Der
Grundy-Projektor |
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Vorwort Seit dem 22.2.1999 haben die Grundy-Productions eine Sensation auf den Markt gebracht: den Grundy-Projektor. Damit ist es nun jedermann möglich, einen auf allerdings zwei Jahre begrenzten Blick in die Zukunft zu werfen. Grundy-Productions legen Wert auf die Feststellung, daß die Fehlerquote bei den Prognosen gleich Null sei, was durch jahrelange wissenschaftliche Beobachtung zweifelsfrei erwiesen sei. "Oh Gott!", dachten wir, als Herr Brüninghoff uns diesen fiktionalen Text- ausschnitt vorlegte. Schon wieder kreativ sein?" - Ja, wir sollten uns überlegen, was passiert, wenn jemand den oben beschriebenen Projektor benutzt. Aus dieser Grundidee heraus mussten wir ein Akrostichon, ein Gedicht, eine Erzählung, einen Zeitungsbericht und ein Telegramm verfassen. Also arbeiteten wir die nächsten Tage in Vierergruppen zusammen und dachten uns mit rauchenden Köpfen viele tolle, supermegageniale Geschichten und Gedichte aus. Ob das Ergebnis wirklich so toll und megagenial ist, davon müsst ihr euch schon selbst überzeugen. Jetzt haben wir fertig! Viel Spaß beim Lesen! Eure Klasse 8a |
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| ERSTER
TODESFALL DURCH TECHNISCHE SENSATION Mann beging Selbstmord nach Blick in die Zukunft Köln(dpa) Der 50jährige
Peter M. hatte sich den als neue Sensation
gepriesenen Zukunftsprojektor von Grundy gekauft.
Nachdem er allerdings seine Zukunft gesehen
hatte, verfiel er in schwere Depressionen und
sprang letzte Nacht in den Rhein und ertrank. Annette Alt, Linda Gesing, Maike Vollmer, Sabrina Warthold |
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MEIN BLICK IN DIE ZUKUNFT Ich
wollte vorbereitet sein Wie
wird sie sein? Ich
konnte diese Ungewißheit nicht ertragen Ich
habe sie gesehen Sabrina Warthold, Maike Vollmer, Annette Alt, Linda Gesing |
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| Liebe Tante +STOP+ Papa tot
+STOP+ Selbstmord +STOP+ Hatte Angst vor Zukunft
+STOP+ Kaufte Projektor +STOP+ Sah schwarz +STOP+
Kein Ausweg mehr +STOP+ Von Brücke in Fluß
+STOP+ Ich verzweifelt +STOP+ Ruf mich an +STOP+
Hilf mir +STOP+ Nina Maike Vollmer, Sabrina Warthold, Linda Gesing, Annette Alt |
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Der Fehler meines Lebens Heute erzähle ich euch die Geschichte eines traurigen, verängstigten Mannes, nämlich meine Geschichte. Gut, mein Leben war nie so besonders rosig, aber nichts war so wie das, was mir neulich geschah. Wie ich schon gesagt habe, mein Leben war nicht so toll, es war so ein Leben, wie es Tausende von Menschen auch haben. Meine Frau ließ sich nach zehn Jahren von mir scheiden, und die Firma, in der ich gearbeitet habe, ging Pleite. Das war ja alles nicht so schlimm, denn mittlerweile habe ich einen neuen Job. Ich war wie jeder Mensch neugierig und gespannt, was meine Zukunft bringen würde. Allerdings hatte ich auch Angst vor ihr. Ich hatte das starke Verlangen zu erfahren, was in den nächsten Jahren passieren würde. Doch an Wahrsagerinnen, die in leere Goldfischgläser schauen oder ein Skatspiel auf den Tisch legen, glaube ich nicht, also musste etwas anderes geschehen. So kam mir die Anzeige, die ich eines Morgens las, gerade recht. Es ging um einen Projektor, der einem die Zukunft vorauszeigen kann. Ich wurde neugierig und rief die Hotline-Nummer an. Dort erfuhr ich, dass alle Projektoren ausverkauft waren und ich mich auf eine Warteliste setzen lassen müsste. Also tat ich es und wartete Tag für Tag auf den Anruf der Firma. Zwei Wochen später klingelte mein Telefon: Guten Tag, Herr Müller! Hier spricht Frau Schmitz von der Firma Grundy. Sie hatten doch bei uns einen Projektor bestellt? Er wird dann innerhalb der nächsten fünf Tage geliefert." - Danke für ihren Anruf", sagte ich glücklich und legte auf. Wie versprochen wurde mir mein Projektor drei Tage später nach Hause gebracht, und ich bezahlte die 1600 DM in bar. Ich wollte ihn sofort ausprobieren, doch es stellte sich heraus, dass man erst ein 100 Seiten starkes Handbuch lesen musste, um mit dem Apparat überhaupt umgehen zu können. Also lehnte ich mich in meinen Schaukelstuhl zurück und begann zu lesen. Das Prinzip war ziemlich simpel, allerdings verwunderte es mich ein wenig, dass auf jeder Seite ein roter Warnkasten war, in dem stand:
Aber diese Warnung ignorierte ich, denn ich hatte nur ein Ziel vor Augen: meine Zukunft! Ich war ja so gespannt, wie sie sein wird: positiv oder negativ? Werde ich glücklich sein? Bleibe ich gesund? Aber ich war mir sicher, dass sie positiv sein würde, ich weiß nicht warum, aber ich hatte es im Gefühl! Also schaltete ich den Projektor an, doch es kam alles ganz anders, als ich es erwartet hatte. Das Bild war zunächst unklar, doch dann wurde es schärfer. Ich sah mich vor einem brennenden Haus stehen, und als ich genauer hinsah, erschrak ich! Es war mein Haus, das brannte! Ich war entsetzt! Sollte das meine Zukunft sein? Aber das konnte doch gar nicht sein, dachte ich, es würde schon besser werden. Anstatt das Gerät auszuschalten, schaute ich wieder genauer hin. Ich sah mich, wie ich aus den Trümmern meines Hauses die Sachen heraustrug, die nicht verbrannt waren. Es waren nur ein paar Bücher und ein paar alte Fotos übrig geblieben. Danach sah ich mich, wie ich durch die Straßen lief. Die Gegend, wo ich mich befand, kannte ich nicht, doch dann sah ich meine Tochter auf mich zukommen. Wir gingen gemeinsam zu ihrer Wohnung. Dort verbrachte ich einige Wochen. Dann sah ich mich an einem Flughafen stehen und meine Tochter verabschieden. Plötzlich verschwand das Bild. Doch dann kam es zurück, und was ich als nächstes sah, erschreckte mich erneut. Ich war in einer Leichenhalle! Was soll ich bloß dort? schoss es mir durch den Kopf. Ich war so sehr geschockt, dass ich den Projektor ausschaltete. Mehr wollte ich nicht sehen. Es war so schlimm, dass ich es kaum aussprechen konnte, doch es überkam mich das Gefühl, noch mehr sehen zu wollen. Also schaltete ich den Projektor wieder an. Ich sah einen Mann, der vor einem Tisch stand und ein Leichentuch hochhob. Unter diesem Tuch lag meine Tochter. Man sagte mir, sie sei bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Ich konnte es kaum glauben: Das sollte meine Zukunft sein!? Ich saß bestürzt in meinem Schaukelstuhl und dachte nach. Ich sah mich weinend vor einem Bild meiner Tochter sitzen, neben mir eine Wodkaflasche. Ich saß dort, weinte und trank und weinte und trank. Eine Flasche nach der anderen. So ging es immer weiter. Das reichte mir, mehr wollte ich nicht sehen. Ich nahm den Projektor und zertrümmerte ihn mit einem Hammer. Die nächsten Tage dachte ich viel nach. Meine Zukunft war noch schlimmer, als ich sie mir je vorgestellt hatte. In den nächsten Nächten hatte ich schreckliche Alpträume, ich sah immer wieder die selben schrecklichen Bilder. Meine tote Tochter, das Haus, mich! Ich wachte jeden Morgen schweißgebadet auf. Von Tag zu Tag wurde ich depressiver. Auch heute fühle ich eine große Leere. Was soll ich noch auf dieser Welt? Ich werde alles, was mir wichtig ist, verlieren: mein Haus, meine Tochter, einfach alles! Also, welchen Sinn hat mein Leben noch? Hätte ich diesen Projektor bloß nie benutzt, dann wäre ich sicher immer noch ungewiss, aber ich könnte es ertragen, aber jetzt muss ich mit einer unmenschlichen Angst leben, und das kann ich nicht. Also werde ich meinem Leben heute ein Ende setzen, denn nie wieder will ich die schrecklichen Bilder meiner Zukunft sehen, und schon gar nicht erleben. Sabrina Warthold, Annette Alt, Linda Gesing, Maike Vollmer
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Technik - Nicht immer Fortschritt Köln, 23.04.2000, 10.00 Uhr - Deutschstunde. Ich sitze
mal wieder da und kapiere nichts. Ich kann mich
nicht konzentrieren. Ich nehme die monotone
Stimme des Lehrers wahr, ohne den Sinn seiner
Worte zu verstehen. Ich schaue aus dem Fenster.
Alles sieht kahl und trostlos aus. Ich lasse
meinen Gedanken freien Lauf: Strand, Sonne,
behagliche Wärme, über mir die zwitschernden
Vögel, neben mir das Rauschen der Wellen, weit
entfernt das fröhliche Lachen unbeschwerter
Kinder ...
Naja, kein Meisterwerk, aber für den ersten Versuch nicht schlecht. Oh nein, jetzt haben wir ja gleich Mathe, auch das noch. Hoffentlich wird´s nicht zu schlimm! 23.04.2000, 17.30 Uhr - Dies wird der letzte Eintrag in mein Tagebuch. Meine
Gedanken Meine
Gedanken Meine
Gedanken Meine
Erinnerungen Hamburg, 24.04.2000, 8.45 Uhr - Ich schlage die Zeitung auf. Sofort sticht mir eine Schlagzeile ins Auge. Plötzlich habe ich ein ungutes Gefühl. Schnell überfliege ich den Text. 15jährige stürzt sich in
den Tod Köln (dpa) Ein
15jähriges Mädchen aus Köln stürzte sich
gestern Abend in den Tod. Das junge Mädchen
hatte den neuen Grundy-Projektor benutzt,
um das Datum der Rückkehr ihres verreisten
Vaters zu erfahren. Der Apparat simulierte ihr
jedoch den baldigen Tod ihrer 38jährigen Mutter,
woraufhin sich die Jugendliche
von einer Brücke stürzte. Sie
schlug mit dem Kopf auf einen Felsen und war
sofort tot. Am späten Abend wurde ihre Leiche
geborgen. NEIN! Ich lese es
wieder und wieder, ich kann es einfach nicht
fassen! Das Mädchen, es hat sich umgebracht!
MEINETWEGEN! Wegen meiner Erfindung. Wie konnte
ich nur so dumm sein? Es ist doch klar, dass der
Projektor nicht nur Gutes zeigt. Aber damals war
das meine Chance. Ich tüftelte schon seit Jahren
an meiner Idee: ein Projektor, mit dem man zwei
Jahre in die Zukunft blicken kann. Später
schaffte ich es dann auch, er war fertig. Ich
wollte meine Erfindung an die Forschung
verkaufen, aber die interessierte der Projektor
seltsamerweise nicht. Zwei Jahre wären zu wenig,
meinten sie. Ich sollte doch versuchen, weiter zu
tüfteln, um noch ein paar Jahre weiter blicken
zu können. Ich verstand die Welt nicht mehr. Der
Traum des Menschen war doch, in die Zukunft zu
sehen! Ob zwei, fünf oder zehn Jahre, das spielt
doch keine Rolle. Dann wurde ich an
Grundy-Productions vermittelt. Sie boten mir eine
Menge Geld für meine Erfindung. Ich dachte, sie
würden den Projektor erweitern und für andere
Zwecke nutzen. Aber natürlich kam es anders.
Naiv und geldgierig wie ich war, unterschrieb ich
sofort den Vertrag. Sie boten mir doppelt so viel
für den Projektor in jetziger Form wie die
Forschung für einen erweiterten! Später war mir
klar, dass die Firma nur das große Geld
verdienen wollte, doch damals war ich vernagelt.
Vier Jahre später brachten sie ihn auf den
Markt, gaben ihm einen anderen Namen und
kassierten ab. Das Geschäft lief großartig, der
letzte Stand zeigt, dass jeder zweite diesen
Projektor besitzt. Das war erst vor wenigen
Tagen, da war ich trotz meines Fehltritts ein
wenig Stolz. 25.04.2000, 15.20 Uhr - Vater im Krankenhaus +STOP+ Alkoholvergiftung +STOP+ nicht ansprechbar +STOP+ Vorwürfe wegen Selbstmord von 15-jähriger +STOP+ weiß nicht weiter +STOP+ brauche Hilfe +STOP+ Ticket am Flughafen hinterlegt +STOP+ Anne Kathrin Neumann, Kathrin Frehsmann, Barbara Heitfeld, Viktoria Im Winkel |
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