Eine Beziehung zu einer älteren Frau?

Ein Tabu? Heute noch?

Michael Douglas heiratete seine 25 Jahre jüngere Kollegin Catherine Zeta-Jones. Das scheint nicht weiter unüblich, Frauen, die sich einen weitaus älteren Mann suchen, eine Art Vaterfigur vielleicht. Jemanden, der älter und erfahrener ist und für einen sorgen kann. Der die wilde Zeit schon hinter sich hat.
Eine sehr überholte Auffassung in unserer heutigen Zeit, oder? Heute sind die Frauen nicht mehr auf einen Mann und dessen Geld angewiesen, sie arbeiten selbstständig, sorgen für sich selbst. Und doch erregte Madonna Aufsehen, als sie den 10 Jahre jüngeren Guy Ritchie heiratete. Ein Mann der sich eine Mutterfigur sucht?
Oder spielt das Alter heutzutage keine Rolle mehr? Ist es nicht egal, ob Mann oder Frau älter ist? Oder beide gleich jung oder alt?
Eine solch "moderne" Beziehung führen auch Hanna und Michael. Aber warum sucht sich die Mehrzahl der Frauen immer noch einen älteren Partner? Liegt es an der Angst von einem jüngeren Partner verlassen zu werden? Oder daran von der Öffentlichkeit nicht ernst genommen zu werden? Männer mit jüngeren Partnerinnen werden oft bewundert, aber Frauen erleben meist Häme. Das hat die Sängerin und Komponistin Nella Martinetti erlebt. Ihre Beziehung zum mehr als 20 Jahre jüngeren Claudio De Bartolo wurde kaum ernst genommen.
Aber was veranlasst Menschen überhaupt dazu sich viel ältere bzw. jüngere Partner zu suchen? Warum nicht jemanden im gleichen Alter? Oft fasziniert der Gegensatz und der ältere der beiden fühlt sich verjüngt.
Der jüngere Partner profitiert von der Erfahrung des Älteren und bekommt von jenem auch in materieller und gesellschaftlicher Hinsicht etwas geboten, da der Ältere meist auch besser situiert ist.
Doch schnell treten Probleme auf. Wie kann denn eine Beziehung funktionieren in der die beiden Partner aus zwei verschiedenen Generationen kommen? Klappen kann es nur wenn nicht nur Sex die Beziehung bestimmt, sondern auch ernsthafte Gespräche. In denen beide Partner gleichberechtigt reden und nicht in Mutter/Sohn oder Vater/Tochter Rollen verfallen.
Und eben genau das ist bei Hanna und Michael passiert. Hanna war zu Beginn der Beziehung immer die dominante und mütterliche. Sie wischte Michaels Erbrochenes weg, sie sorgte sich um ihn, sie zwang ihn zur Schule zu gehen und seine Hausaufgaben ordentlich zu machen. Aber mit der Zeit wurde Michael selbstbewusster, fand Freunde in seinem Alter und die Beziehung bekam einen Knacks. Er fühlte sich schuldig, Hanna mit seinen neuen freunden zu "betrügen", tat aber nichts um das zu verhindern. Im gefielen seine neuen Freunde- in seinem Alter- und da passte Hanna einfach nicht rein. Sie war zu alt und aus einer anderen Generation.
Deshalb unternahm er im Schwimmbad auch keinen Versuch zu ihr zu gehen. Er stand nicht zu ihr, verleugnete sie vor seinen Freunden, sie war ihm peinlich. Und so etwas killt jede Beziehung. Der Partner fühlt sich wertlos, unbeachtet und ausgeschlossen. Sicher hat Hanna diese Veränderung in Michael mitbekommen und tat das einzige, was sie bereits ihr gesamtes Leben getan hatte: Sie floh.