| Michael und seine Beziehungen
Sophie Sie ist Michaels neue Tischnachbarin, als er nach seiner Krankheit wieder die Schule besucht. Es fällt ihm leicht, mit Mädchen umzugehen, da er sich durch seine Beziehung mit der zwanzig Jahre älteren Hanna reifer und sicherer im Umgang mit Frauen fühlt. Er wird von den Jungen respektiert und von den Mädchen gemocht. Sophie fällt Michael durch ihr Aussehen und ihre sympathische Art auf. Sie verstehen sich auf Anhieb und sie wird für ihn zur wichtigsten Bezugsperson in seinem Freundeskreises. Er verspürt den Drang, Sophie von seiner ungewöhnlichen Beziehung mit Hanna zu erzählen, entschließt sich aber letzten Endes doch dazu, es nicht zu tun. Nach dem Abitur trennen sich ihre Wege. In der Zwischenzeit ist Hanna aus der Stadt fortgezogen und Sophie hat eine dreijährige Krankheit überstanden. Nach dieser Krankheit sucht Sophie den Kontakt zu ihren alten Freunden, was Michael durch seine Veränderung nach der Trennung mit Hanna schamlos ausnutzt. Sophie sucht Wärme und Geborgenheit und so ist es für Michael leicht, sie für sich zu gewinnen. Sophie merkt anfangs nicht, dass Michael lediglich die Absicht hat, sie für das Ausleben seiner Lust zu benutzen. Als sie sich aber über seine Veränderung und seine Gefühlskälte bewusst wird, löst sie sich letztendlich von ihm. Gertrud Während seines Studiums lernt er die ebenfalls Jura studierende Gertrud kennen. Schließlich wird sie von ihm schwanger und sie beschließen zu heiraten. Diese Ehe scheitert allerdings, vor allem weil Michael seine Beziehung mit Gertrud mit seinem Verhältnis zu Hanna vergleicht. Sie trennen sich, als ihre gemeinsame Tochter Julia das Alter von fünf Jahren erreicht. Michael hat sich nicht völlig von Hanna gelöst, weshalb es ihm unmöglich ist, sich auf Gertrud einzulassen. Weitere Frauen in Michaels Leben Weder mit Sophie noch mit Gertrud spricht Michael über Hanna, obwohl sie sein Leben stark geprägt hat. Er beschließt, dies in seinen weiteren Beziehungen zu tun, um es den Frauen zu erleichtern, Michaels Wunsch nach einer "Hanna-ähnlichen" Beziehung nachzukommen. Er möchte, dass die Frauen ihn verstehen und ihm Verständnis für diesen Wunsch entgegenbringen. Dies versucht er bei seinen drei darauffolgenden Beziehungen In die Tat umzusetzen.. Helen, eine amerikanische Literaturwissenschaftlerin, zeigt kein Interesse an Michaels Geschichte. Die zweite, Gesina, eine Psychoanalytikerin, versucht ihr Wissen an Michael anzuwenden und rät ihm, das Verhältnis zu seiner Mutter zu verbessern, um die Geschichte mit Hanna zu verarbeiten. Auch bei seiner dritten Beziehung findet er nicht das nötige Verständnis, da Hilke, eine Zahnarzthelferin, für seine Probleme nur gespieltes Interesse zeigt. Nach diesen Enttäuschungen beschließt er, nun nicht mehr von seiner Beziehung zu Hanna zu erzählen. Die Beziehung zu seinem Vater (Familie) Zwischen Michael und seinem Vater herrscht nicht das typische Vater-Sohn Verhältnis. Michaels Vater nimmt seine Pflichten als Vater nur insoweit wahr, wie er es für unbedingt nötig hält. Michael selbst hält es damals für sehr wichtig, dass sich das Leben des Vaters innerhalb der Familie abspielt, doch begegnet sein Vater dem Familienleben mit Desinteresse. Bei einem späteren Wiedertreffen mit seinem Vater bezeichnet er seinen Vater als gefühlskalten, verschlossen Menschen. Des Weiteren sei er unfähig, seinen Kindern die nötigen Gefühle entgegenzubringen und er sei auch nicht in der Lage, mit den Gefühlen, die ihm seine Kinder entgegenbrächten, umzugehen. Dies gesteht sich Michaels Vater bei diesem Treffen vor Michael ein. Er müsse zugeben, seine Kinder manchmal vergessen zu haben. Als Entschuldigung gibt er an, dass für ihn das Gefühl und das Wissen, seinen Kindern keine Hilfe und Stütze zu sein, unerträglich wäre. Anfangs ist Michael der Meinung, sein Vater würde es sich zu leicht machen, kommt aber später zu der Erkenntnis, dass die fehlende Beziehung zu seinen Kindern für den Vater eine große Last darstelle. Michael hat sich damals mehr Fürsorge von seinem Vater gewünscht, er hat unter der gegebenen Situation sehr gelitten. Mit fortgeschrittenem Alter allerdings gewinnt er die Erkenntnis, dass das Interesse seines Vaters nicht in der Familie, sondern in anderen Bereichen liegt. Dies kann er nur deshalb erkennen, weil er durch sein Alter den nötigen Abstand gewonnen hat, um die Situation realistisch und distanziert zu betrachten. |