Michaels Beziehung zu Hanna

Hanna ist eine sehr dominante Person in der Beziehung. Gibt Michael bei Streitigkeiten nicht nach, bestraft sie ihn mit Liebesentzug, der Michael tief trifft, da er ihn mit der ungenügenden Liebe, die ihm seine Mutter entgegenbringt, vergleicht. Er nimmt bei Streitereien jegliche Schuld auf sich, um nicht einen Liebesentzug von Hanna zu riskieren. Sie bestimmt Michaels Platz in ihrem Leben, bestimmt den Ablauf und den Zeitpunkt ihrer Treffen und behandelt ihn gleichbedeutend mit einem Spielzeug.

Hanna ist für Michael auf Grund ihres Alters ein Mutterersatz. Sie kümmert sich um seine schulischen Leistungen (insbesondere um sicherzustellen, dass er es besser haben soll als sie selbst) und um sein restliches Leben.

Die Bindung zu ihr ist intensiver als die zu seiner Mutter, er gibt sich als ihren Sohn aus und macht mit ihr eine Radtour, die er, wie er selbst sagt, mit seiner Mutter nicht unternehmen würde.

Michaels Unterwürfigkeit ist durch seine Angst vor dem Liebesentzug durch Hanna zu erklären. Er sucht in Hanna Liebe und eine gewisse Art von Selbstwertgefühl. Er wird abhängig von ihrem Körper und von dem gemeinsamen Liebesakt, wobei er mehr und mehr auch die führende und verführende Rolle übernimmt. Infolge dieser Abhängigkeit vergisst er sein eigenes Wohl und steckt mehr und mehr ein, gibt in Streitereien nach und unterdrückt seine Gefühle. Die Angst vor dem Entzug der Liebe ist für ihn zu groß.