Symbolik

 

Die Symbolik, die sich aus dem Sprachstil und der Wortwahl ergibt, erzeugt bei dem Leser ein Gefühl der Traurigkeit und des Mitleids mit der Hauptfigur, da diese offenbar chancenlos ist, sich sich im Leben zurechtzufinden.
Bahnwärter Thiel wird seinem Schicksal ausgeliefert, ohne dass er einen Ausweg erkennen kann.
Die Wortwahl und die häufigen und charakteristischen Personifikationen erzeugen eine drückende Stimmung der Ausweglosigkeit. Da wird der Zug, ein Sinnbild für die neue, chaotische, unbegreifliche und unheimliche Technik, zu einem "schwarzen, schnaubenden Ungetüm" und die Gleisen zu "feurigen Schlangen", die das drohende Unheil und den bevorstehenden Fall des Bahnwärters als unausweichlich ankündigen.
Die Wortfelder ("feurig, glühend, schwarz, ungeheuer, fest wie ein Netz, fesselnd, erschlaffend, Netzmasche, klebten, erstickend, taumelnd, zerbersten") zeugen von Zerstörung und Befangenheit, so wie auch die Hauptfigur des Romans, der Bahnwärter Thiel, in eine Abhängigkeit gerät.

 

Beispiele für die Symbolik:

Seine zweite Frau:
"Leicht, gleich einem feinen Spinngewebe und doch fest wie ein Netz von Eisen legte es sich um ihn, fesselnd, überwindend, erschlaffend. (S.14, Z. 38)"

 

Die Gleise:
"Die schwarzen, parallel laufenden Gleise ... glichen in ihrer Gesamtheit einer ungeheuren Netzmasche, deren schwarze Strähnen sich im äußerste Süden und Norden in einem Punkt des Horizontes zusammenzogen.(S.16, Z.5)"

 

Die Telegraphenmasten:
"Auf den Drähten, die sich wie das Gewebe einer Riesenspinne von Stange zu Stange fortrankten, klebten in dichten Reihen Scharen zwitschernder Vögel.(S.16., Z.15)"

 

Der Zug:
Der vorbei rasende Zug:
"Ein Keuchen und Brausen schwoll stoßweise fernher durch die Luft ...schwarzen, schnaubenden Ungetüms"
"Auch die Gleise begannen zu glühen, feurigen Schlangen gleich ... Durch die Gleise ging ein Vibrieren und Summen, ein rhythmisches Geklirr, ein dumpfes Getöse, das, lauter und lauter werdend, zuletzt den Hufschlägen eines heranbrausenden Reitergeschwaders nicht unähnlich war.
"...wie die Glotzaugen eines riesigen Ungetüms...."(S.16)

 

Bahnwärter Thiel
Zeitpunkt des Unfalls:
Der Unfall ist auffallend ohne Symbolik dargestellt, sondern gleicht einer sachlichen Beschreibung (S.25/26).
Danach wird die Sprache wieder von der gewohnten Symbolik geprägt:
"...kreiste um ihn die Strecke wie die Speiche eines ungeheuren Rades, dessen Achse sein Kopf war." (S.27, Z.10)
"... das Keuchen einer Maschine, welches wie das stoßweise gequälte Atmen eines kranken Riesen klang." (S.29, Z.34)
"Dabei machten seine weit offenen Augen den Eindruck der Blindheit." (S.27, Z. 40)