Italienisch neu einsetzend

Seit dem Schuljahr 2007/08 ist es am Ratsgymnasium möglich, Italienisch in der Oberstufe zu lernen. Dieses Angebot ist von Anfang an sehr begeistert angenommen worden und wird bei unseren Schülerinnen und Schülern immer beliebter.

Wer kann Italienisch lernen? Natürlich alle, vorausgesetzt sie sind bereit etwas dafür zu tun. Auch wenn eine gewisse Sprachbegabung sehr hilfreich ist, Fleiß sollte in jedem Fall auch vorhanden sein, denn sonst merkt ihr ziemlich schnell, dass ihr an eure Grenzen stoßt.

Da wir nur drei Jahre Zeit haben, diese Sprache zu lernen, ist die Progression (der Lernzuwachs) höher als in den anderen vorher erlernten Sprachen. Habt ihr aber vorher Französisch oder Latein gelernt, fällt euch vieles leichter.

Auch ist Italienisch eine gute Möglichkeit für Realschüler, die vorher kein Französisch hatten, um damit die für das Abitur erforderliche zweite  Fremdsprache abzudecken.

Was lernen wir in Italienisch? In den ersten eineinhalb Jahren erarbeiten wir die Grammatik anhand eines Lehrbuches und im Vordergrund stehen Vokabeln, Grammatik und alltägliche Situationen, um so immer mehr unseren Wortschatz zu erweitern und auch ziemlich schnell unsere Fertigkeiten festigen, frei zu schreiben und zu sprechen.

Anschließend erarbeiten wir die noch fehlende Grammatik anhand von Themen, die für das Zentralabitur relevant sind.

Außerdem besteht die Möglichkeit, die im Unterricht erworbenen Kenntnisse bei einem Schüleraustausch in Italien anzuwenden und so auch Land und Leute kennen zu lernen sowie den Schulalltag in Italien.

Warum lernen wir Italienisch? Einerseits macht es viel Freude, eine neue Sprache zu erlernen und zu sehen, wie schnell man Fortschritte machen kann. Andererseits habt ihr die Möglichkeit, in der Jahrgangsstufe 13 bzw. in der Q2 auch ein Zertifikat im Niveau B1 zu erwerben, so wie ihr es bereits aus Englisch oder Französisch kennt. Bei einer Bewerbung kann es sehr hilfreich sein.

Um diese Prüfung zu bestehen, bieten wir auch AGs an, die zusätzlich zum normalen Unterricht laufen und die wahren Italienfans unter euch mit zusätzlichen Infos über Land und Leute versorgen.

Gladbeck - Caserta 2011

Im Oktober machten sich die Italienischkurse von Frau Glatzel und Frau Brauer für einen einwöchigen Aufenthalt in Caserta auf den Weg nach Italien.

Nach einem etwa zweistündigen Flug nach Bari folgte eine längere Busfahrt. Die Aufregung stieg. Wie würde unsere Gastfamilie sein? Würden wir uns nach einem Jahr Italienisch gut verständigen können? Fragen wie diese gingen durch unseren Kopf.

Und dann war es plötzlich soweit. Wir erreichten die Schule in Faicchio, wo uns unsere Gastfamilie bereits erwartete. Es wurde hektisch. Jeder hielt Ausschau nach seinem Austauschpartner, zu dem er vorher ausschließlich per Internet Kontakt hatte.

Nachdem sich alle Pärchen gefunden hatten, trafen wir die Familie.

Ich lernte die Familienmitglieder als warme, offene Menschen kennen, die sich durch ihre Gastfreundlichkeit besonders auszeichneteten.

Nach einer kurzen Autofahrt erreichten wir das Haus meiner Gastfamilie. Kaum den Koffer in mein Zimmer gestellt, wurde ich auch schon zum Essen gerufen. Insgesamt gab es jeden Tag reichlich Essen, meistens drei Gänge. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Italiener beim Essen kein "Nein" akzeptieren. Also hatte ich häufig trotz eines "Neins" einen weiteren Teller Pasta vor mir stehen.

Die Italiener hatten für uns ein buntes Programm organisiert, um uns möglichst viel von ihrer Region zu zeigen. Wir besuchten unter anderem Pompeji, Neapel, den Königspalast von Caserta und Amalfi.

Neben Fahrten in die Region stand an zwei Tagen für ein paar Stunden italienischer Unterricht auf dem Programm. Schnell stellte sich heraus, dass der Unterricht dort häufig viel lockerer gestaltet ist als in Deutschland und auch das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern viel enger ist.

Alle Schüler waren sehr kontaktfreudig und hilfsbereit. Man wurde vom ersten Moment an herzlich aufgenommen und vom italienischen Temperament überwältigt.

Besonders gut hat mir gefallen, mit was für einer Leichtigkeit die Italiener ihren Tag verleben. Es ist sagenhaft wie viel sie lachen bzw. scherzen und wie liebenswürdig sie mit Mitmenschen umgehen.

Als Schlussfazit bleibt zu sagen, dass es interessant war eine Woche lang Teil einer anderen Familie und einer anderen Kultur gewesen zu sein.

Auch sprachlich hat der Austausch genutzt. Man wurde nämlich in eine Familie "hineingeworfen", die kein Deutsch und häufig auch kein Englisch sprach. So wurde man sozusagen gezwungen italienisch zu sprechen und hatte keine Chance - wie manchmal im Unterricht - sich zu verstecken.  

 Alina Porwoll, Jg. 12